Weitere Berichte zum Autoexport Deutschland - Schweiz

Erfahrungsbericht von Yvonne Wiesinger, Dezember 2007 - Januar 2008

Mitte Dezember 2007
Wir sind vor einem halben Jahr in die Schweiz gezogen. Gerade beim Grenzübertritt beim Zügeln gaben wir an, dass wir mein Auto nur übergangsweise hier benutzen. Nun kam raus, dass es sich bei unserem Auto nicht um Leasing, sondern um eine Finanzierung handelte. Wir überlegten, dass es unsinnig sei, das Auto nach Ende der Laufzeit zurück nach Deutschland zu fahren. Ich setzte mich mit einem schweizer Autohaus in Verbindung, und diese waren bereit, mir zu helfen. Das mit dem Zoll war kein Problem, da Umzugsgut. Abgasuntersuchung ist heute erledigt. Und Straßenverkehrsamt hört sich nach einigen Telefonaten auch ganz locker an. Alle Unterlagen da.

Einzige Herausforderung ist nun die Rückerstattung der Mwst. vom Autohaus in Deutschland. Die sind wenig kooperativ und verweisen auf die Finanzierungsbank, und die wiederum auf Autohaus. Aber nach einem Zügeln von Nürnberg in die Gegend von Luzern mit drei LKW Umzugsgut werde ich das auch noch schaffen. Also ich finde Heiraten komplizierter anhand der Unterlagen - unsere Heirat jedenfalls.

Ende Januar 2008
Auto Deutschland-Schweiz die zweite: Da es vor und nach Weihnachten sowie in den ersten drei Januar-Wochen dem Autohaus durch Umfirmierung nicht so ganz wichtig war, mein Auto vorzufahren, hatte ich im Januar ein wenig Autostress. Denn meine alte deutsche Versicherung war nicht mehr gültig. Aber mit den deutschen Kennzeichen bekam ich keine neue schweizer Versicherung. Der Verkäufer im schweizer Autohaus verstand wohl anhand meiner geladenen Art endlich meine Herausforderungen und gab (über Vitamin B ??) meine Unterlagen beim Strassenverkehrsamt ein. Ich bekam einen Vorführtermin erst vier Wochen später. Ich habe geglaubt, mir reißt es vor Enttäuschun die Füße weg. Das konnte ja wohl nicht wahr sein, oder?

Letzte Woche Freitag früh rief ich beim Straßenverkehrsamt an. Und ganz frech (was konnte ich noch verlieren?) fragte ich, ob der Termin vorgezogen werden kann. Ich war so sauer, nochmal vier Wochen ohne Auto, der Stress mit der Folge-Finanzierung, Abmeldung in Deutschland, deutsche Steuer, und und und. Es sollte mich dann jemand von der Disposition anrufen. Keine halbe Stunde später, genau um 9:50 Uhr, rief mich mein Verkäufer aus der Garage an, ob ich es schaffe, um 10:15 Uhr vorzufahren, denn es sei ein Termin ausgefallen. Tja, könnt Ihr Euch vorstellen, wo ich um 10:17 Uhr war?

Der erste Anlauf war nicht gut. Zu zweit haben Sie mein Auto angeschaut. Naja, deutsche A Klasse, keine 4 Jahre alt, gerade in der Garage geprüft. Was soll da sein, dachte ich mir... Der Heckscheibenwischer wurde bemängelt. Der Wischer funtionierte, aber es kam kein Wasser raus. Ein Blinkerglas war hinten gerissen, und die Scheinwerfer hatten falsche Höhe. Keine Chance, bis um 15:00 Uhr könnte ich nochmal kommen ohne Termin, oder dann erst nächste Woche. Es war fast Freitag-Mittag. Sofort fuhr ich zu meiner Garage - und bekam einen Termin am folgenden Montag. Das hat mich was angezipft.

Ich rief einfach in einer anderen Filiale des Autohauses an. Gemein? Nein, denn hier konnte ich gleich vorbeikommen. Sie haben mein Blinkerglas mit Tesafilm geklebt, die Schweinwerfer eingestellt und meinen Heckscheibenwischer wieder mit Wasser versehen. Für alle Fälle sollte ich die Visitenkarte des Autohauses mitnehmen, damit der Prüfer anrufen kann, denn das Blinkerglas musste ja bestellt werden. Ich war dann genau um 14:50 Uhr erneut im Straßenverkehrsamt - und bekam die selben Prüfer wie morgens. Ergebnis: Ich bekam mein schweizer Nummernschild und meinen Führerausweis. Der Prüfer war wohl ein wenig erstaunt über die Schnelligkeit der Mängelbehebung.

Trotz Stress bin ich nun ober-happy, endlich ein schweizer kleines Nummernschild vorne und ein großes hinten an meinem Auto zu haben.

Erfahrungsbericht von Oliver Mittrach, Juni 2005

3 Jahre alter Audi A6 TDI, gekauft beim Audihändler bei Nürnberg. Export nach und Zulassung in Zürich.

Der Händler hat für eine "Pauschale" von € 290,-- sämtliche Zulassungsarbeiten getätigt und das Fahrzeug beim Zollamt in Nürnberg für den Export angemeldet. In dem o.a. Preis waren sämtliche Dokumente und die Ausfuhrkennzeichen mit vierwöchiger Versicherung enthalten. (Der Händler hat leider vergessen - und ich habe nicht dran gedacht -, mir die EWG-Übereinstimmung auszuhändigen. Sie wurde auf dem Postweg nach Zürich nachgeschickt, kam dort aber nie an. Ich habe dann die VW-CoC-Website (€ 45,--) bemüht.

Leider kann man beim Straßenverkehrsamt Zürich vorab weder Termine zur Fahrzeugkontrolle, noch zur -immatrikulation vereinbaren. Dort möchte man erst sämtliche Dokumente erhalten (geht auch per Post oder per Fax) und diese sichten. Erst dann wird ein Termin erteilt.

Also ab in die Schweiz mit dem Wagen. Erst mal zum Zoll. Ich habe die Grenze in Weil am Rhein/Lörrach überquert. Die schweizer Zöllner waren zwar sehr freundlich, haben mir allerdings nicht beim Ausfüllen der Zollpapiere helfen wollen: "... Das ist recht kompliziert. Wenn Sie nicht wissen wie das geht raten wir, eine Spedition zu beauftragen ..." Die Speditionen sitzen im Zollgebäude im 3. und 4. OG. Kosten für die zolltechnische Abwicklung € 50,-- mit viel Charme auf € 30,-- gehandelt. Beim schweizer Zoll habe ich mich vorab nach Zahlungsmöglichkeiten informiert. Keine Karte, Euro sei aber kein Problem! Allerdings hat mich der Phantasie-Umrechnungskurs knappe € 100,-- zusätzlich an schweizer Steuer gekostet. Unbedingt in sFr zahlen, zur Not noch an der Wechselstube an der Grenze umtauschen. (Das Form 11.010d heisst bei mir 11.012d.)

Für die Abgaswartung eines Dieselfahrzeugs fallen nochmal etwa sFr 130,-- Dieselzuschlag zusätzlich an. Habe für die Abgaswartung beim Audihändler inklusive Dokument sFr 250,-- bezahlt. Ist Zürich etwa teurer als Schwyz? :-)

Nach weiteren drei Tagen traf dann auch die bestellte EWG-Übereinstimmungsbescheinigung ein und die kompletten Dokumente (Kopie Fahrzeugbrief, Versicherungsbescheinigung, Form 13.20a, Form 11.012d, Ausländerausweis, Abgaswartung, EWG-Ü, Zollquittungen) wurden an das Straßenverkehrsamt gefaxt. Dann heisst es warten...

Vier Tage später erhielt ich das Aufgebot (klasse Wort ...). Der Termin lag nochmals 14 Tage später (also alles zusammen etwa drei Wochen). Fahrzeugkontrolle und Immatrikulation verliefen problemlos, die Abwicklung war sehr professionell. Nach erfolgter Kontrolle lagen meine Schilder und Fahrzeugausweis bereits abholbereit am Schalter. Abgerechnet wird auf Rechnung. Die Kontrolle kostet sFR 120,-- zzgl. Schilder und Ausweis.

Noch eine Anmerkung: Man kann mit dem verzollten Fahrzeug mit Exportkennzeichen problemlos die Grenzen CH-D überqueren. Es wird lediglich auf die Gültigkeit der Zulassung geachtet (vielen Dank für den Tipp mit den vier Wochen).

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erstellt am 15.06.2005, zuletzt geändert am 17.10.2008